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Prophylaxe im Alter

Wie sich fitte Senioren eine gute Mundgesundheit erhalten können

Die heutige Generation der über 60-Jährigen ist fit und attraktiv, und legt großen Wert auf Gesundheit und ein gepflegtes Äußeres. Dazu gehören auch gesunde Zähne. Sie sind ein Ausdruck von Vitalität und Lebensfreude. Für den Erhalt seiner Zähne kann man selbst und zusammen mit dem Zahnarzt und seinem Team viel tun. „Vorbeugen lohnt sich immer“, sagt Prof. Dr. Christoph Benz, Referent Patienten und Versorgungsforschung der Bayerischen Landeszahnärztekammer, „Gerade ältere Menschen können sich mit einer regelmäßigen zahnmedizinischen Prophylaxe eine gute Gesundheit sowie ein Stück Lebensqualität sichern.”

Tipps für eine gute Mundgesundheit

  • Zähneputzen (zweimal täglich zwei Minuten)
  • Zweimal täglich einen Zungenreiniger verwenden, denn rund 60 Prozent der Bakterien im Mund sitzen auf der Zunge.
  • Zahnfreundliche Ernährung
  • Professionelle Zahnreinigung
  • Kontrolle beim Zahnarzt

Speichel – Die biologische Zahnbürste

Ausreichend trinken kann zusätzlich zur mechanischen Reinigung der Mundhöhle den Speichelfluss – die „biologische Zahnbürste“ – anregen. 1,5 Liter zucker- und säurefreie Getränke pro Tag sollten es sein.

Alternativ regt Kaugummikauen oder Bonbonlutschen (zuckerfrei) die Speichelproduktion an.

Rauchen und Medikamente hingegen machen den Speichel zähflüssig.
 

Kontrolle, Tipps und PZR beim Zahnarzt

Gerade für ältere Menschen lohnen sich die regelmäßigen Kontrollbesuche beim Zahnarzt ein- bis zweimal im Jahr. Der Zahnarzt beurteilt den Zustand der Mundgesundheit, gibt Tipps zur Mundpflege zu Hause und greift ein, bevor Schmerzen entstehen. Eine professionelle Zahnreinigung erhöht die Chance, die natürlichen Zähne bis ins hohe Alter zu erhalten.
 

Was verändert sich ab dem 50. Lebensjahr?

Es gibt Mund- und Zahnkrankheiten, die vor allem für Menschen ab 50 Jahre ein Thema sind. Diese Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, ist nicht nur aus zahnmedizinischer Sicht wichtig: Es gibt einen wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen Zahn- und Allgemeingesundheit.

Parodontitis

Bei der Parodontitis handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Zahnfleisch, Wurzelhaut und Kieferknochen), die die Zähne lockert und letztlich zu deren Verlust führt. Die Ursache für Zahnfleischentzündungen sind Bakterien. Sie verursachen den Abbau des Gewebes und damit letztendlich den Verlust des Zahns.

Aus allgemeinmedizinischer Sicht können diese Bakterien auch zu Erkrankungen von Herz, Gefäßen, Lunge und bei Menschen mit schwachem Abwehrsystem sogar zu einer Sepsis führen. Deshalb gilt es, die Bakterien unter Kontrolle zu halten: mit einer gründlichen Zahnpflege zuhause, mit regelmäßigen Besuchen beim Zahnarzt und mit Professionellen Zahnreinigungen beim Zahnarzt.

Mundtrockenheit

Durch die Einnahme verschiedener Arzneimittel kommt es bei älteren Menschen sehr oft zur medikamentös bedingten Mundtrockenheit.

Gegen Mundtrockenheit hilft:

  • Viel Trinken, am besten Wasser und Kräutertees
  • Lutschen bzw. Kauen von zuckerfreien Bonbons und Kaugummis
  • In schweren Fällen sind Speichelersatzmittel ratsam.

Veränderungen der Mundschleimhaut

Im hohen Alter sind Gewebeveränderungen an der Mundschleimhaut nicht selten: Leukoplakische (verhornende) Veränderungen, Mundhöhlenkarzinome und Speicheldrüsentumore sind Erkrankungen, die auftreten können und deren Früherkennung und rechtzeitige Behandlung besonders wichtig ist. Daher sind regelmäßige Besuche beim Zahnarzt empfehlenswert.

Auch Entzündungen durch Soor (Pilzerkrankung) sind häufiger festzustellen. Viele Menschen klagen über Druckstellen bei schlecht sitzendem Zahnersatz. Diese Druckstellen müssen vom Zahnarzt beseitigt werden.
 

Vorsicht – Das passiert bei unzureichender Mundhygiene

Bei mangelnder Mundpflege werden Zähne zu einem Magneten für Probleme. Der Mund ist Eintrittspforte für Bakterien, die sich im Körper ausbreiten und das Risiko für Lungen-, Herz- und Demenzerkrankungen sowie für Schlaganfälle erhöhen. Hinzu kommt der Verlust der Kau- und Sprechfunktion, wenn Zähne oder Zahnfleisch schmerzen oder Zähne gar gezogen werden müssen. Auch die psychischen Folgen eines veränderten Aussehens bei Zahnlosigkeit sind nicht zu vernachlässigen.

Stand: 03.04.2019

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