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Mundpflege bei Demenzpatienten

Pflegebedürftige Menschen sind besonders anfällig für Zahnerkrankungen. Eine sorgfältige Mundhygiene ist für Betroffene deshalb sehr wichtig. Oft benötigen sie bei der Pflege ihrer Zähne Unterstützung – darunter auch viele Menschen, die an Demenz leiden. Einige von ihnen können sich noch selbst die Zähne putzen, müssen allerdings daran erinnert werden. Zudem sollten Angehörige oder Pflegepersonal die richtige Ausführung kontrollieren.

Eine elektrische Zahnbürste eignet sich für die selbstständige Zahnpflege besonders gut. Denn damit muss der Demenzpatient die Putzbewegungen nicht selbst ausführen. Er sollte die Bürste einfach nur langsam und – so gut es geht – systematisch über die Zahnreihen führen. Den Rest erledigt der rotierende oder oszillierende Bürstenkopf. Haben Demenzpatienten ihre Zähne ihr Leben lang mit einer Handzahnbürste gereinigt, kann das Putzen mit der elektrischen Bürste – etwa aufgrund der Lautstärke oder des kitzelnden Gefühls im Mund – am Anfang allerdings ungewohnt sein.

Wichtig bei Demenz: vorsichtig und einfühlsam sein

Ist es Demenzpatienten nicht mehr möglich, selbst für die Mundhygiene zu sorgen, übernehmen dies oft Angehörige. Wenn der Pflegende nicht im selben Haushalt wie der Betroffene lebt, sollte er dabei einen Mundschutz tragen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus oder anderen Krankheitserregern zu vermeiden.

Bei Demenzpatienten ist es besonders wichtig, bei der Mundpflege sehr vorsichtig vorzugehen und einfühlsam zu sein. Denn an schlechten Tagen möchten Betroffene manchmal den Mund nicht öffnen – oder ihn bei der Mundpflege nicht offen halten. Dann kann eine sogenannte Mundstütze aus Schaumstoff nützlich sein, die zwischen die Zahnreihen gebracht wird.

Dreikopfzahnbürste erleichtert das Putzen

Für die Zahnreinigung empfiehlt sich eine Dreikopfzahnbürste, mit der drei Zahnflächen gleichzeitig geputzt werden können: Kauflächen, Außenflächen und Innenflächen. Dafür muss die Bürste vom Pflegenden einfach nur mit sanftem Druck und leichten Vor- und Rückwärtsbewegungen über die Zähne bewegt werden.

Für die Reinigung der Zahnzwischenräume können spezielle Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide verwendet werden. Hierbei sollte ausprobiert werden, welches Hilfsmittel der Demenzpatienten als angenehmer empfindet.

Hier erfahren Sie mehr über diese und weitere Hilfsmittel für die Zahnpflege im Alter.

Prothesen täglich reinigen

Trägt der Demenzpatient eine Prothese, ist es wichtig, dass diese gut sitzt. Denn sonst können sich Druckstellen entwickeln, die sich entzünden. Ein herausnehmbarer Zahnersatz sollte nach jeder Mahlzeit abgespült und jeden Abend mit einer weichen Zahnbürste oder einer speziellen Prothesenbürste und Flüssigseife gereinigt werden.

Hier finden Sie mehr Pflegetipps für den Zahnersatz.

Regelmäßige Kontrollen durch den Zahnarzt

Bei einer fortgeschrittenen Demenz können die Betroffenen oft nicht mehr richtig sprechen – und deshalb auch nicht mitteilen, wenn zum Beispiel Druckstellen durch eine Prothese entstanden sind oder sie aus anderen Gründen unter Schmerzen im Mund leiden. Daher ist es unerlässlich, die Mundgesundheit regelmäßig von einem Zahnarzt kontrollieren zu lassen.

Bitte beachten Sie: Die Zahnärzteschaft ist für den Schutz ihrer Patienten vor Infektionen bestens aufgestellt. Dennoch sollte in Situationen wie der Corona-Pandemie der Zahnarzt bei Demenzpatienten im Einzelfall entscheiden, ob die Untersuchung akut notwendig ist oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann.

Stand: 17.06.2020

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