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Fluoride: wirksamer Schutz vor Karies

Fluoride sind sehr wichtig, um Karies (Zahnfäule) vorzubeugen. So hat sich dank verschiedener Fluoridierungsmaßnahmen die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland stetig weiter verbessert.
 

So wirken Fluoride

Wenn wir etwas essen, bauen Bakterien im Mund Zucker zu Säuren ab, die dem Zahnschmelz Mineralstoffe entziehen können. Fluoride hemmen dieses Herauslösen von Mineralien an der Zahnoberfläche (Demineralisierung) und geben Mineralien in den Zahn zurück (Remineralisierung). Sie lagern sich in die Zahnstruktur ein und „härten“ den Zahn dadurch, machen ihn also widerstandsfähiger gegen die Säuren und somit gegen Karies.
 

Fluoridierung von innen und außenFluoridtabletten

Es gibt verschiedene Arten der Fluoridierung –
sowohl innerliche als auch äußerliche:

  • Fluoridtabletten
  • fluoridiertes Speisesalz
  • fluoridhaltige Zahnpasten
  • Fluoridgelees
  • Mundspülungen
  • Fluoridlack (wird in der Zahnarztpraxis aufgetragen)

Die Gabe von Fluoridtabletten bei Kleinkindern empfehlen Zahnärzte nur dann, wenn keine Fluoridierung durch Zahnpasta oder mit Fluorid angereichertem Speisesalz stattfindet. Grundsätzlich wirken Fluoride jedoch besser, wenn sie äußerlich angewendet werden, also in direkten Kontakt mit dem Zahnschmelz kommen.
 

Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta

FluoridBereits ab dem ersten Milchzahn sollen Eltern mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (500 ppm Fluorid) zweimal täglich bei ihrem Kind putzen. Ab dem zweiten Geburtstag bis etwa zum sechsten Lebensjahr werden die Kinderzähne zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpasta (1000 ppm Fluorid) gereinigt. Ab den ersten bleibenden Zähnen (etwa mit sechs Jahren) sollen Kinder zweimal täglich eine Erwachsenenzahnpasta mit mindestens 1000 ppm Fluorid verwenden.

Kann man Fluorid überdosieren?

Nehmen Kinder bis zu einem Alter von etwa sechs Jahren ständig eine mehr als doppelt so hohe Menge Fluorid wie empfohlen auf, kann dies zu weißlichen Schmelzflecken (Zahnfluorose) führen, die jedoch keine gesundheitlichen Nachteile mit sich bringen. Bei einer stärkeren Überdosierung kann es zu braunen Zahnverfärbungen kommen.

Wichtig ist, dass Eltern mit dem Zahnarzt abklären, aus welchen Quellen sie und ihre Kinder Fluoride bisher aufgenommen haben. Hat der Zahnarzt diesen Status erfasst (Fluoridanamnese), kann er eine individuelle Fluoridierungsempfehlung geben.
 


Ist Fluorid gefährlich?

Statement von Prof. Dr. Christoph Benz, Referent Patienten der Bayerischen Landeszahnärztekammer, zur ELEMENT-Fluorid-Studie (Early Life Exposures in Mexico to Environmental Toxicants) des National Institutes of Environmental Health Sciences (NIEHS)

Die Diskussion, ob Fluorid gefährlich ist, wird schon sehr lange geführt. Auslöser war vermutlich die Angst vor Fluor. Fluor ist ein giftiges Gas, ebenso wie Chlor. Trotzdem hat niemand Angst vor Speisesalz. Im Speisesalz ist das Chlor gebunden, so wie Fluor im Fluorid. Das reine Element ist also giftig, die chemische Verbindung dagegen nützlich. Inzwischen gibt es mehr als 300.000 wissenschaftliche Studien zu Fluorid. In 100 Jahren Forschung sind zwei Dinge klar geworden: Fluorid schützt die Zähne und schadet dem Menschen nicht.

Derzeit verbreiten Fluorid-Gegner eine neue Studie, die beweisen soll, dass die Intelligenz von Kindern leiden würde, wenn die Mutter während der Schwangerschaft größere Mengen Fluorid aufnimmt. Betrachtet man die Studie genauer, fallen jedoch eine Reihe grober wissenschaftlicher Fehler auf. Drei Beispiele:

  1. Einen zentralen Einfluss auf die Intelligenzentwicklung eines Kindes hat das soziale Umfeld. Die Qualität des Umfelds wurde aber nur für weniger als die Hälfte der Kinder gemessen.
     
  2. Einzelne Urinproben – in der Studie wurde der Fluoridgehalt im Urin vor der Geburt bestimmt – sagen wenig aus. Notwendig wäre mindestens die Urinsammlung eines Tages gewesen. Außerdem wurden bekannte Nervengifte nicht gemessen – zum Beispiel Arsen. Das ist gerade in einem Land wie Mexiko mit geringerem Umweltschutz problematisch.
     
  3. Die Studie macht keine Angaben dazu, in welcher Form die Mütter Fluorid aufnehmen: Speisesalz? Trinkwasser? Wie hoch ist der Fluoridgehalt im mexikanischen Trinkwasser?

Insgesamt darf man feststellen, dass die Mexiko-Studie keinen Hinweis auf eine Gefährlichkeit von Fluorid in Zahnpasten liefert. Weil Fluorid der wichtigste Wirkstoff gegen Karies ist, gibt es keinen Grund, auf Fluorid zu verzichten.

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