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Zahngesund essen und trinken

Worauf man bei einer zahngesunden Ernährung achten sollte

Wer sich gesund ernährt, tut Gutes für Körper, Mund und Zähne. Zucker und Säure schaden den Zähnen. Entscheidend für die Kariesentstehung ist letztendlich aber nicht die Menge, sondern die Häufigkeit der Zuckeraufnahme.

So sollten Sie sich ernähren

  • ausgewogen und abwechslungsreich
  • reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen
  • kaufördernde Bestandteile für den Speichelfluss

Was Süßes in Ehren kann niemand verwehren

Ganz auf Zucker und zuckerhaltige Nahrungsmittel zu verzichten, ist unrealistisch und nicht notwendig. Besser ist es, den Genuss von Süßem in Grenzen zu halten. Am ehesten gelingt dies über ein langsames und kontinuierliches Herabsetzen des Zuckerkonsums. Selbst gemischte Müslis, Naturjoghurts mit Obst, nur leicht gesüßte Puddings und Kuchen mit wenig Zucker sind erste Schritte in die richtige Richtung.

Wird Süßes gegessen, so sollte dies auf einmal geschehen und nicht über den ganzen Tag verteilt. Ein Stück Kuchen bedeutet einen einmaligen Säureangriff, den Speichel und Zähne gut abwehren können. Das Leeren einer Tüte Gummibärchen über mehrere Stunden greift die Zähne jedoch unablässig an. Insbesondere der Vormittag bietet sich als zuckerfreie Tageszeit an. Wer Lust auf Süßes hat, isst ein Brot mit süßem Aufstrich zum Frühstück und putzt sich anschließend gründlich die Zähne.

ObstObst - gesund, aber säurehaltig

Nach dem Essen von sauren Speisen oder Obst (zum Beispiel Äpfel und Orangen) etwa eine halbe Stunde warten und mit Wasser intensiv den Mund ausspülen, bevor mit dem Zähneputzen begonnen wird. Sonst wird der durch die Säuren angelöste Zahnschmelz mit weggebürstet. Erst nach etwa 30 Minuten hat sich dieser durch den Speichel wieder stabilisiert. 

Milchprodukte - wahre Kalzium-Bomben

Der menschliche Körper kann Kalzium nicht selbst herstellen, benötigt das Mineral aber, um Zähne und Knochen aufzubauen und zu erhalten. Erwachsene brauchen etwa 1.000 Milligramm Kalzium pro Tag, Kinder etwas mehr: circa 1.200 Milligramm. Milchprodukte, vor allem Käse, gelten als gute Kalzium-Lieferanten: Spitzenreiter ist Parmesankäse mit 1.300 Milligramm Kalzium pro 100 Gramm.

Wer auf Milchprodukte verzichtet, gefährdet nicht gleich seine Zahngesundheit, denn es gibt auch gute vegane Kalziumquellen: Mohnsamen zum Beispiel enthalten 1.400 Milligramm Kalzium pro 100 Gramm, Sesamsamen 735 Milligramm, Champignons 200 Milligramm und gekochter Grünkohl 160 Milligramm. 

Zahngesunde Getränke

Für eine zahngesunde Ernährung eignen sich zuckerfreie Getränke wie Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Ein Glas Milch zwischendurch stärkt dank seines Kalziumgehalts Knochen und Zähne. Zucker- und säurehaltige Getränke hingegen sollten nur in Maßen konsumiert werden.

Fruchtsäfte

Vorsicht: Fruchtsäfte enthalten Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Deshalb auch hier nach dem Trinken etwa eine halbe Stunde warten und mit Wasser intensiv den Mund ausspülen, bevor mit dem Zähneputzen begonnen wird.

Smoothies - mit Umsicht genießen

SmoothiesWer Smoothies trinkt, sollte ein paar Regeln beachten, um Erosionen und Karies an den Zähnen zu vermeiden.

„Fruchtzucker und Säure des pürierten und konzentrierten Obstes greifen besonders den Zahnschmelz an“, sagt Prof. Dr. Christoph Benz, Referent für Patienten und Versorgungsforschung der Bayerischen Landeszahnärztekammer, „Smoothies sind für die Zähne ähnlich schädlich wie Süßigkeiten.“

So vermeiden Sie Zahnschäden

  • Smoothies nur in Verbindung mit einer der drei Hauptmahlzeiten trinken
  • Dauer und Häufigkeit des Trinkens begrenzen
  • Smoothies nicht als Zwischenmahlzeiten konsumieren, sondern sparsam wie Süßigkeiten genießen

Je weniger verarbeitet das Obst im Smoothie ist, desto gesünder ist er. Bereits beim Schälen von Obst gehen Ballast- und Mineralstoffe, Vitamine und sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe verloren. Jede weitere industrielle Verarbeitung mindert die gesundheitsfördernde Wirkung. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe eines Smoothies lohnt sich: Solche mit Fruchtpüree sind Produkten aus Konzentrat beziehungsweise Saft vorzuziehen.

Vor allem die Zähne müssen dem hohen Fruchtzucker- und Säurehalt von Smoothies standhalten. Die verarbeiteten Früchte enthalten Säuren, die Zähne entkalken und Erosionsschäden hervorrufen können. Die Zähne werden empfindlich und schmerzen. Fruchtzucker besitzt eine hohe Kariogenität, das heißt, sein Genuss kann besonders schnell zu Karies führen. Die Bakterien in der Mundhöhle bauen den Zucker zu Säuren ab, die Zähne werden demineralisiert, Karies entsteht. Außerdem fällt beim Trinken das Kauen des Obstes weg, das die Produktion von schützendem Speichel auslöst.

Zusammengefasst: Ernährungstipps für gesunde Zähne

  • Möglichst wenige Zwischenmahlzeiten und Snacks jeder Art
  • Nach jedem Verzehr von Süßigkeiten die Zähne putzen oder mit Wasser spülen
  • Bei Süßigkeiten den „zahnfreundlichen“ Produkten den Vorzug geben
  • Fruchtsäfte mit Mineralwasser (mindestens im Verhältnis 1:1) verdünnen
  • Säurehaltige Softdrinks nicht zu oft und zu lange mit einem Strohhalm trinken, weil die Säuren dann zuviel Zeit haben den Zahnschmelz anzulösen
  • Zuckerfreien Kaugummi zwischendurch kauen
     

Stand: 01.03.2021

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