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Mythen und Märchen der Zahngesundheit

„Mund-Gerüchte“

Statt die Zähne zu putzen, kann man auch einen Apfel essen, zum Zahnarzt muss man nur, wenn es weh tut und zuckerfrei heißt ohne Zucker – diese und andere „Mund-Gerüchte“ halten sich hartnäckig. Wir klären auf über die wichtigsten Mythen zur Zahn- und Mundgesundheit.

Es ist egal, welche Zahncreme ich benutze.

„Es ist egal, welche Zahncreme ich benutze.“

Das stimmt nicht. Es gibt verschiedene Zahnpasten für unterschiedliche Ansprüche. Ausschlaggebend für die Wahl ist unter anderem der RDA-Wert, der den Abrieb angibt. Zahncremes für empfindliche Zähne haben beispielsweise einen geringen RDA-Wert und als Zusatz spezielle Inhaltsstoffe, die Beschwerden lindern können. Weißmacher-Zahncremes besitzen hingegen oft einen höheren RDA-Wert, um oberflächliche Verfärbungen besser zu entfernen. Dadurch sind sie für empfindliche Zähne eher ungeeignet. In jedem Fall sollte eine Zahnpasta Fluorid enthalten.

Rauchen macht die Zähne nur oberflächlich gelb.

„Rauchen macht die Zähne nur oberflächlich gelb.“

Stimmt nicht. Verfärbungen, die durch Rauchen entstehen, können bis tief in das Zahnbein (Dentin) vordringen. In diesem Fall kann ein professionelles Bleaching beim Zahnarzt helfen. Bei oberflächlichen Verfärbungen helfen in der Regel bereits Weißmacher-Zahncremes oder eine professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt.
Weißmacher-Zahncremes sind gut für jeden Tag.

„Weißmacher-Zahncremes sind gut für jeden Tag.“

Falsch. Weißmacher-Zahncremes eignen sich nicht für den Dauergebrauch und sollten nicht täglich verwendet werden. Durch ihren hohen RDA-Wert, der den Abrieb angibt, können sie Schäden an der Zahnhartsubstanz verursachen. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Zahnarzt, ob Ihre Zähne sich für solche Zahncremes eignen.

Parodontitis schadet nur Zahnfleisch und Zähnen.

„Parodontitis schadet nur Zahnfleisch und Zähnen.“

Das ist falsch. Parodontitis kann ein Gesundheitsrisiko für den ganzen Körper darstellen. Über die erkrankten Zähne können Bakterien in die Blutbahn gelangen und möglicherweise chronisch-entzündliche Erkrankungen im Körper verursachen. Dazu gehören zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Schlaganfälle.

Zähneputzen nach dem Essen

„Zähne immer sofort nach dem Essen putzen.“

Für das Zähneputzen kommt es darauf an, was Sie gegessen haben. Nach säurehaltigen Speisen und Getränken bitte nicht gleich zur Zahnbürste greifen, da die Säure den Zahnschmelz angreift. Warten Sie besser eine halbe Stunde und putzen Sie dann Ihre Zähne.
Milchzähne pflegen

„Milchzähne müssen nicht so genau geputzt werden.“

Das stimmt nicht! Auch wenn Milchzähne ausfallen, müssen sie gepflegt werden. Und zwar, sobald der erste Milchzahn durchgebrochen ist. Zweimal täglich mit einer Babyzahnbürste und einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpaste. Die Wertschätzung einer gründlichen Pflege der Milchzähne durch die Eltern prägt die Kinder für ihr späteres Leben.
Wer die Zähne stark schrubbt, entfernt mehr Schmutz.

„Wer die Zähne stark schrubbt, entfernt mehr Schmutz.“

Das stimmt nicht. Seien Sie vorsichtig beim Zähne putzen. Zu viel Kraft oder zu harte Borsten schaden Zähnen, Zahnschmelz und Zahnfleisch. Das Prophylaxeteam in der Zahnarztpraxis gibt dazu die richtigen Hinweise. Wie Kinder richtig putzen, erfahren Sie im Artikel So geht Zähneputzen nach der KAI-Systematik.
Zahnbürste erst wechseln, wenn die Borsten abstehen.

„Zahnbürste erst wechseln, wenn die Borsten abstehen.“

Die Grundregel heißt: Spätestens alle zwei Monate eine neue Zahnbürste (bzw. Bürstkopf bei einer elektrischen Bürste) benutzen. Hierfür sprechen hygienische Gründen, aber auch weil die Reinigungswirkung nachlässt. Wechseln Sie außerdem die Bürste, wenn Sie erkältet waren.
Kaugummikauen ersetzt das Putzen.

„Kaugummikauen ersetzt das Putzen.“

Zuckerfreie Kaugummis unterstützen die Mundhygiene, indem sie eine gewisse Reinigung der Zähne ermöglichen und den Speichelfluss anregen. Ersetzen können Kaugummis die tägliche Mundpflege (Zahnbürste, Zungenreiniger, Zahnseide/Zahnzwischenraumbürste) damit aber nicht.
Jede Schwangerschaft kostet einen Zahn.

„Jede Schwangerschaft kostet einen Zahn.“

Die mit der Schwangerschaft verbundene Hormonumstellung hat Auswirkungen auch auf das Zahnfleisch. Es wird stärker durchblutet, ist besonders empfindlich und manchmal auch leicht geschwollen. In der Schwangerschaft hat eine gute Mundhygiene deshalb einen besonders hohen Stellenwert. Das Prophylaxeteam in der Zahnarztpraxis gibt dazu die richtigen Hinweise. Zahnverlust wird dadurch sicher vermieden.
Statt Zähne putzen einen Apfel essen.

„Statt Zähne putzen einen Apfel essen.“

Äpfel sind wegen ihrer Vitamine und Mineralstoffe gesund, auch mag das Kauen zu einer geringradigen Reinigung der Zähne führen. Die Wirkung einer Zahnbürste wird dabei aber nicht erreicht. Zudem sind in Äpfeln oft Säure enthalten, die den Zahnschmelz direkt angreift, und Fruchtzucker aus denen Säure im Zahnbelag gebildet wird.
Schwarzer Tee und Zähne

„Schwarzer Tee schadet den Zähnen.“

Schwarzer Tee kann zu unschönen Verfärbungen führen. In dem aromatischen Getränk stecken aber äußerst zahnfreundliche Stoffe. Dazu gehören neben Fluorid auch die sogenannten Tannine. Diese Bitterstoffe hemmen das Enzym Amylase, das im Speichel vorhanden ist und Stärke zu kariesförderndem Zucker umwandelt. Außerdem vermag dies fauligen Mundgeruch zu verringern.
Zahnarztbesuch

„Zum Zahnarzt gehen nur, wenn es weh tut.“

Dies ist ein großer Irrtum, denn Beschwerden im Mund weisen klar darauf hin, dass Probleme schon weit fortgeschritten sind. Mindestens zweimal im Jahr sollte man sich seine Zähne vom Zahnarzt untersuchen lassen. Der Zahnarzt wird eventuelle Veränderungen am Zahn, Zahnfleisch oder am Zahnhalteapparat feststellen und beheben. Heute gilt: Man geht zum Zahnarzt, damit es nicht weh tut.
Implantate reinigen

„Implantate muss man nicht reinigen.“

Ein Irrtum! Wie bei eigenen natürlichen Zähnen ist bei Implantaten eine besonders gewissenhafte regelmäßige Zahn- und Mundpflege unabdingbar. Ein Implantat kann zwar keine Karies bekommen, doch stellen bakteriell bedingte Entzündungen des Implantatlagers ein erhebliches Risiko für den Erhalt des Implantats dar. Neben der Reinigung mit einer weichen Zahnbürste (auch elektrisch) und Zahnpasta, empfiehlt es sich unbedingt, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten zu verwenden sowie regelmäßig zur Professionellen Zahnreinigung (PZR) zum Zahnarzt zu gehen.
zuckerfrei

„Zuckerfrei bedeutet, da ist kein Zucker drin.“

Viele Nahrungsmittel werden damit beworben, dass sie zuckerfrei sind. Aber auch Produkte mit der Kennzeichnung „ohne Zucker“ oder „zuckerfrei gesüßt“ können Zucker enthalten, nämlich Glukose (Traubenzucker), Glukosesirup, Fruktose (Fruchtzucker), Laktose (Milchzucker) und Maltose (Malzzucker). Diese Substanzen können ebenfalls Karies fördern. Achten Sie auch auf versteckte Zucker in Ketchup, Senf, Joghurt oder Müsliriegeln, Bananen und Trockenfrüchten. Bei Süßigkeiten bietet nur das Zahnmännchen-Symbol Sicherheit, dass eine Zahnschädigung nicht entstehen kann.
Zahnfleischbluten

„Wenn das Zahnfleisch mal blutet, ist das nicht so schlimm.“

Blutendes Zahnfleisch ist immer ein Warnhinweis. Entweder liegen Verletzungen des Zahnfleischs durch falsches Putzen der Zähne vor, oder es besteht eine Entzündung des Zahnfleischs oder gar des Zahnhalteapparats (Parodontitis). In jedem Fall sollte das Prophylaxeteam der Praxis die Ursache ermitteln.
Wurzelbehandlung

„Wurzelbehandlungen verursachen Schmerzen.“

Mit einer lokalen Betäubung ist von der Wurzelbehandlung (Wurzelkanalbehandlung) nichts oder so gut wie nichts zu spüren. Bei sehr stark entzündeten Zahnnerven können jedoch Schmerzen auftreten, da die Betäubungsmittel möglicherweise nur eingeschränkt wirken.
Zahnbohrer

„Bei Karies muss immer gebohrt werden.“

Es gibt als Alternative bei beginnender oder leichter Karies die Infiltrations-Methode. Dabei wird die betroffene Stelle mit einem Ätzgel vorbehandelt, anschließend mit einem farblosen, hochflüssigen Kunststoff aufgefüllt und mit Licht ausgehärtet. Diese Methode eignet sich besonders für Kinder und Angstpatienten.
Zähneknirschen

„Zähneknirschen ist harmlos und muss nicht behandelt werden.“

Zähneknirschen kann unter anderem Risse im Zahnschmelz, Entzündungen der Kiefergelenke, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen verursachen. Schuld ist ein bis zu zehnfach erhöhter Kaudruck. Mit Kunststoffschienen, die nachts getragen werden, kann das Knirschen der Zähne behandelt werden. Wichtig ist, auch den Ursachen auf den Grund zu gehen. Dazu zählen Stress, Ängste, Depressionen oder veränderte Zahnstellungen. Nur so kann der Behandlungserfolg beibehalten werden.
Vererbung von Karies

„Karies wird vererbt.“

Karies ist nicht erblich bedingt, sondern zählt zu den Infektionskrankheiten. Aus diesem Grund sollten beispielsweise Eltern nicht den Löffel ihres Babys ablecken, da der Nachwuchs so angesteckt werden kann.
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