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Schwangerschaft, Diabetes, Osteoporose

Zähne und Schwangerschaft

Auch ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und Frühgeburten wird wissenschaftlich diskutiert. Frauen sind in der Schwangerschaft anfälliger für Entzündungen des Zahnfleischs. Entzündungsbotenstoffe im Blut können in der Gebärmutter eine Immunreaktion auslösen. Die Folge kann eine vorzeitige Wehentätigkeit und ein Sprung der Fruchtblase sein. In Verbindung mit einer verfrühten Erweichung des Muttermundes kann es dadurch zu einer Frühgeburt kommen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine unbehandelte Parodontitis das Risiko für eine Frühgeburt um das 7,5-Fache erhöht. Bestehende Zahnfleischentzündungen sollten am besten schon vor einer Schwangerschaft therapiert und ausgeheilt sein, um mögliche Komplikationen zu verhindern. Schwangere Frauen sollten auf eine gründliche Mundhygiene achten.

Zähne und Osteoporose

Bei der Osteoporose schwindet die Knochenmasse und die Gefahr von Knochenbrüchen steigt deutlich. Nicht nur Wirbel, Beckenknochen, Arme, Finger oder der Oberschenkelhals können betroffen sein.

Auch am Kieferknochen lässt sich Osteoporose nachweisen. Vieles deutet daraufhin, dass Osteoporose ein Risikofaktor für Parodontitis sein kann. So hat sich gezeigt, dass Frauen mit Osteoporose während und nach den Wechseljahren mehr Zähne verloren haben als Frauen derselben Altersgruppe mit einer normalen Knochendichte. Kalzium in Kombination mit Vitamin D soll helfen, wieder mehr Kalzium in die Knochen einzulagern und somit die Knochendichte und -stabilität zu erhöhen. Zusätzliches Fluorid kann ferner unterstützen.

Osteoporose-Patienten, die Bisphosphonate einnehmen, sollten dies unbedingt ihrem Zahnarzt mitteilen. Wundheilungsstörungen, Verlust oder Zerstörung des Kieferknochens können nach chirurgischen Eingriffen bei Bisphosphonat-Therapie auftreten. Parodontalbakterien können zusätzlich schwere Infektionen auslösen.

Bei einer Bisphosphonat-Therapie ist es besonders wichtig, den Mund durch gute Pflege, regelmäßige Zahnarztkontrolltermine und Professionelle Zahnreinigungen möglichst entzündungsfrei zu halten.

Zähne und Diabetes

Zwischen der Parodontitis und dem Diabetes gibt es wissenschaftlich bewiesene negative Wechselwirkungen. Wie sehen diese Wechselwirkungen aus? Ein Diabetiker, dessen Blutwerte schlecht eingestellt sind, neigt zu Entzündungen. Durch sein oft geschwächtes Immunsystem können sich Mundbakterien stark vermehren, der Zahnhalteapparat regeneriert sich nicht so gut. Nicht selten leiden Diabetiker an Wundheilungsstörungen, Mundtrockenheit, Mundbrennen und veränderten Geschmackswahrnehmungen.

Das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, ist höher, außerdem ist sie vergleichsweise schwierig zu behandeln. Diabetiker sind auch anfälliger für Karies. Umgekehrt bringen die parodontitisbedingten Entzündungsherde den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht. Die Blutzuckerwerte steigen an, das Risiko für Diabetes mellitus erhöht sich.

Deshalb ist es für Diabetiker wichtig, bestehende Entzündungen am Zahnhalteapparat konsequent behandeln zu lassen. Diabetologe und Zahnarzt sollten eng zusammenarbeiten. Wer sich einen Termin beim Zahnarzt geben lässt, sollte ihm sagen, dass er Diabetiker ist.

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