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Rheuma und Parodontitis

Der Zusammenhang zwischen Parodontitis und rheumatischen Erkrankungen ist noch nicht vollständig erforscht. Fest steht jedoch: Die Krankheiten verlaufen nach ähnlichen Entzündungsmustern – bei der Parodontitis ist dabei der Zahnhalteapparat betroffen, bei Rheuma sind es die Gelenke.

Studien zeigen, dass Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis deutlich häufiger an einer Parodontitis leiden als Patienten ohne Rheuma. Umgekehrt gilt: Wird eine Parodontitis konsequent behandelt, sinken auch die Entzündungswerte von Rheumapatienten im Blut und Beschwerden – wie steife Gelenke oder Schmerzen durch geschwollene Gelenke – lassen nach.

Auch ein bestimmter Keim könnte beim Zusammenhang der beiden Erkrankungen eine Rolle spielen. So ließen sich bei einer wissenschaftlichen Untersuchung Antikörper eines Bakteriums (Porphyromonas gingivalis), das bei Parodontitis die Zahnfleischtaschen besiedelt, in der Gelenkflüssigkeit von Patienten mit rheumatoider Arthritis nachweisen. Diese Bakterien könnten demnach auch für die Entstehung von Gelenkentzündungen mitverantwortlich sein.

So können Rheumapatienten einer Parodontitis vorbeugen

Wer an einer rheumatischen Erkrankung leidet, sollte mindestens zweimal pro Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen lassen und auf eine besonders gründliche Mundhygiene achten. Vielen Betroffenen fällt diese jedoch schwer, da die Beweglichkeit ihrer Finger oft eingeschränkt ist. Dann stehen bestimmte Hilfsmittel wie elektrische Zahnbürste, Dreikopfzahnbürste, Griffverdickung oder Zahnzwischenraumbürsten mit verlängertem Griff zur Verfügung, die Rheumapatienten die Mundpflege erleichtern. Über den richtigen Gebrauch der Hilfsmittel informiert das Prophylaxe-Team in der Zahnarztpraxis.

Und wenn das Putzen mal nicht klappt?

An Tagen mit starken Einschränkungen – wenn die Schmerzen besonders groß und die Finger steif sind – können Rheumapatienten auf Mundspüllösungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin zurückgreifen. Da deren Wirkung allerdings deutlich geringer ist als die des Zähneputzens und Chlorhexidin auch nicht dauerhaft angewendet werden sollte, darf das Mundspülen nicht zum Dauerersatz fürs Zähneputzen werden.

Zahnarzt über Rheumaerkrankung informieren

Wichtig ist, dass Rheumapatienten ihren Zahnarzt über ihre Erkrankung informieren. Dann kann er häufiger ein Parodontal-Screening durchführen – und so feststellen, ob das Zahnbett noch gesund ist. Bei dieser Untersuchung misst der Zahnarzt den sogenannten Parodontalen Screening Index (PSI).

Stand: 28.03.2019

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