Die BLZK informiert - Ihr Zahnarzt berät

Tipps bei Zahn- oder Kieferfehlstellungen

  1. Zahn- und Kieferfehlstellungen können viele Folgen haben: Störungen beim Sprechen, Abbeißen und Kauen, Schnarchen, nächtliche Atemaussetzer, Atemwegsinfekte sowie Kopfschmerzen, Schulter- und Rückenverspannungen. Sie müssen deshalb behandelt werden.

  2. Wie lassen sich Zahnfehlstellungen vermeiden?

    • Schnuller bei Kindern bis zum zweiten Geburtstag abgewöhnen.

    • Nuckelflasche spätestens ab einem Jahr durch Becher und Tassen ersetzen.

    • Die Zahnstellung regelmäßig vom Zahnarzt kontrollieren lassen

  3. Suchen Sie einen Kieferorthopäden auf, bei:

    • zu früh verlorenen Milchzähnen

    • Zahnlücken bei Erwachsenen

    • Atmung durch den Mund

    • Daumenlutschen, ständiges Zungenpressen oder Lippensaugen

    • einem Biss, der nicht schließt

    • nach vorne oder hinten versetztem Unterkiefer oder Oberkiefer

    • seitlich verschobenem Unterkiefer

    • zu wenig Platz für die bleibenden Zähne

    • nicht rechtzeitig durchgebrochene bleibende Zähne

    • zu vielen oder zu wenigen Zähnen bei Familienmitgliedern

    • Fehlentwicklungen im Kiefer- und Gesichtsbereich, zum Beispiel Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

  4. Fehlstellungen lassen sich nicht nur bei Kindern und Jugendlichen korrigieren. Es gibt auch erfolgreiche Behandlungsmethoden für Erwachsene.

  5. Es gibt herausnehmbare und festsitzende Apparaturen (Zahnspangen). Häufig beginnt eine Behandlung zunächst mit einer herausnehmbaren Apparatur. Nach Ende des Zahnwechsels steigt man dann auf eine festsitzende Apparatur um.

  6. Kaum sichtbar sind zum Beispiel zahnfarbene festsitzende Apparaturen (sogenannte Brackets, durch einen Drahtbogen verbundene Metall-, Kunststoff- oder Keramikplättchen), die auf den Innenflächen der Zähne befestigt werden.

  7. Einfache Zahnfehlstellungen können auch mit durchsichtigen Korrekturschienen (Aligner) behandelt werden.

  8. Nach der aktiven kieferorthopädischen Behandlung muss das Behandlungsergebnis mit herausnehmbaren Spangen oder festsitzenden sogenannte Kleberetainern dauerhaft gesichert werden. Regelmäßige Kontrollen sind notwendig.

  9. Während einer kieferorthopädischen Behandlung muss die Mundhygiene besonders gründlich sein. Reinigen Sie nach dem Essen Ihre Zähne sorgfältig und vorsichtig, vor allem im Bracketumfeld. Verwenden Sie zusätzlich zur Zahnbürste Zahnzwischenraumbürsten. Ergänzend können Sie eine Munddusche verwenden.

  10. Herausnehmbare Spangen werden unter lauwarmem fließendem Wasser mit einer weichen Zahnbürste gereinigt. Damit sich die Drähte nicht verbiegen, sollte man die Spange am Kunststoffteil anfassen.

  11. Regelmäßige Kontrollen beim Kieferorthopäden sind wichtig für den Behandlungserfolg. Er untersucht, ob die Behandlungsapparatur angepasst werden muss. Bei diesen Sitzungen wird auch immer die Mundhygiene überprüft.

  12. Für Kinder und Jugendliche übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten, wenn die Behandlung bis zum 18. Lebensjahr begonnen wurde und die Zahn-/Kieferfehlstellung einer entsprechenden kieferorthopädischen Indikationsgruppe zugeordnet werden kann. Ab 18 Jahren werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse nur erstattet, wenn eine kombiniert kieferorthopädisch/kieferchirurgische Behandlung notwendig ist. Die private Krankenversicherung erstattet die Kosten je nach abgeschlossenem Versicherungstarif. Zahnzusatzversicherungen können die finanzielle Belastung reduzieren.

VOILA_REP_ID=C1257FBC:002D4540