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Herz-Kreislauf, Schlaganfall

Zähne und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird selten daran gedacht, dass Zähne die Ursache dafür sein könnten. Dabei haben Studien gezeigt, dass durch eine schwere, chronische Parodontitis das Risiko für Gefäßveränderungen erhöht ist. Hervorgerufen werden diese durch Bakterien, die in der Blutbahn zirkulieren und Entzündungsbotenstoffe freisetzen. Diese Parodontalkeime sind in der Lage, Gefäßinnenwände aufzurauen und zu versteifen, das Blut schneller verklumpen zu lassen und die Gerinnungsneigung zu erhöhen.

Ein spezieller Test kann Aufschluss darüber geben, ob im Falle einer parodontalen Erkrankung aggressive Bakterien vorliegen. Patienten mit einem Herzklappenfehler sollten vor Eingriffen oder einer Professionellen Zahnreinigung mit ihrem Zahnarzt über ihre Beschwerden sprechen.

Zähne und metabolisches Syndrom

Das metabolische Syndrom ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Krankheiten und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Folgende Symptome bzw. Krankheitsbilder treten beim metabolischen Syndrom meist gemeinsam auf:

  • Starkes Übergewicht mit meist bauchbetonter Fetteinlagerung (Adipositas)
  • Bluthochdruck
  • Gestörter Fettstoff- und Kohlenhydratwechsel

Zwischen Parodontitis und metabolischem Syndrom gibt es einen Zusammenhang. Denn beide Krankheiten gehen mit systemischer Entzündung und Insulinresistenz einher. Untersuchungen haben ergeben, dass bei Patienten mit leichter, mittelstarker und ausgeprägter Parodontitis entsprechend die Symptome des metabolischen Syndroms parallel vorliegen. Bei der Entwicklung eines metabolischen Syndroms spielt die Ernährung eine wichtige Rolle.

Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass sich eine Vollwerternährung positiv auf die Parodontitis auswirkt. Risikofaktoren für das metabolische Syndrom auszuschalten, ist also sowohl aus zahnärztlicher als auch aus allgemeinmedizinischer Sicht begrüßenswert.

Zähne und Schlaganfall

Eine schwere Parodontitis kann auch das Risiko für einen Schlaganfall um das Zwei- bis Dreifache erhöhen. Vor allem bei Männern unter 60 Jahren kann sie offenbar die Ursache für einen Schlaganfall sein.

Ähnlich wie beim Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen dabei Bakterien bzw. deren Entzündungsbotenstoffe eine Rolle. Sie werden aus den entzündeten Zahnfleischtaschen in den Blutkreislauf geschwemmt und können dort Gefäßveränderungen bzw. -verschlüsse auslösen. Diese führen unter Umständen zum Schlaganfall.

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