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04/05/2016 | Aktuelles

Parodontitis-Risiko bei Diabetikern erhöht

Tipps für Mundgesundheit und Prävention

Bis zum Jahr 2030 wird Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) zu den sieben führenden Todesursachen weltweit zählen. Angesichts dieser Entwicklung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Weltgesundheitstag am 7. April 2016 unter das Leitthema Diabetes gestellt. Parodontitis gilt als typische Begleiterscheinung dieser chronischen Erkrankung.

Was ist Parodontitis?

Parodontitis, umgangssprachlich auch Parodontose genannt, ist die häufigste Erkrankung des Zahnhalteapparats (Gewebe, das den Zahn im Kieferknochen verankert). Sie wird durch Bakterien verursacht. Diese lösen eine Entzündung aus, die ohne Behandlung zu Zahnfleischtaschen führt und bei weiterem Fortschreiten den Kieferknochen zerstört.

Wechselbeziehung Diabetes – Parodontitis

Zwischen Diabetes und Parodontitis besteht eine gefährliche Wechselbeziehung. So haben Diabetiker mit schlecht eingestelltem Blutzucker oft ein geschwächtes Immunsystem und neigen zu Infektionen – das Risiko für eine Parodontitis ist bei ihnen dadurch um das Dreifache erhöht. Umgekehrt bringen Entzündungen im Mund den Blutzuckerspiegel noch weiter aus dem Gleichgewicht und erschweren die richtige Blutzuckereinstellung.

„Bei gut eingestellten Diabetikern lässt sich eine Parodontitis genauso erfolgreich behandeln wie bei Nicht-Diabetikern“, beruhigt Prof. Dr. Christoph Benz, Referent Prophylaxe, Alterszahnmedizin und Patientenberatung sowie Vorstandsmitglied der BLZK. Zudem profitieren Zuckerkranke von einem positiven Zusammenhang, den wissenschaftliche Studien zu Typ-2-Diabetes belegen: „Nachdem die bakterielle Infektion und die Entzündung des Zahnhalteapparats beseitigt sind, sinkt üblicherweise der Blutzuckerspiegel“, fasst Benz das Ergebnis der Untersuchungen zusammen.

Zahn- und Mundhygiene für Diabetiker

Diabetiker sollten besonders auf ihre Mundgesundheit achten: ergänzend zum Zähneputzen täglich Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten verwenden, um bakterielle Beläge auf und zwischen den Zähnen zu beseitigen. Mindestens zwei Kontrollen beim Zahnarzt pro Jahr sind sinnvoll. So lassen sich Parodontitis, Karies oder andere Munderkrankungen frühzeitig erkennen. Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt trägt dazu bei, eine Parodontitis zu verhindern oder auszuheilen. Wichtig ist, dass Diabetiker den Zahnarzt auf ihre Grunderkrankung hinweisen, damit er mögliche Wechselwirkungen stets in die Beratung und Behandlung einbeziehen kann.

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